Stethoskope im Wandel der Zeit

Stethoskope gehören auch heute noch zu den wichtigsten diagnostischen Instrumenten. Sie haben sich im Laufe der Zeit sehr gewandelt – hier erfahren Sie ein wenig über die Geschichte und die Entwicklung der Stethoskope von der Erfindung bis zum heutigen Tag.

Früher mussten die Ärzte, um die Herztöne eines Patienten zu hören, ihr Ohr auf die Brust des Patienten legen. Im Jahre 1816 versuchte der französische Arzt René Théophile Hyacinthe Laënnec zum ersten Mal die Herztöne mit Hilfe einer Papierrolle zu auskultieren, die er zwischen die Brust des Patienten und sein Ohr hielt. Laënnec stellte fest, dass er mit dieser simplen Vorrichtung viel besser hörte und fing an, die Entwicklung des Stethoskops voranzutreiben.

Zunächst waren Stethoskope nur in Form von hölzernen Hörrohren erhältlich. Ein solches Hörrohr war ca. 30cm lang und hatte zwei unterschiedlich gestaltete Enden. Das Ende, das auf die Brust des Patienten gelegt wurde, war trichterförmig gestaltet, um den Schall besser einzufangen. Das Ende, auf das der Arzt sein Ohr legte, war eine Art runde Scheibe, die auch als Ohrplatte bezeichnet wurde.

Durch Laënnec und die Entwicklung des Stethoskops wurde die Auskultation zu einer der bekanntesten medizinischen Diagnosetechniken.

Bald schon wurde das Hörrohr weiterentwickelt zu dem Stethoskop, das wir heute kennen. Diese Entwicklung erfolgte in mehreren Schritten und durch unterschiedliche Mediziner. Zunächst durch Josef von Škoda, dann durch Sir John Forbes und George P. Cammann. Das noch heute gebräuchliche Standard-Stetshokop wurde im Jahre 1961 von dem Bostoner Kardiologen David Littmann entworfen.

Wichtige Schritte bei der Entwicklung der modernen Stethoskope waren unter anderem die Entwicklung eines richtigen Bruststücks und der Ohrbügel, die es dem Arzt erlauben, die Hände bei der Auskultation frei zu bewegen.

Das Standard-Stethoskop ist ein akustisches Stethoskop, das den Schall rein durch physikalische Phänomene überträgt. Die Weiterentwicklung dieses akustischen Stethoskops ist das elektronische Stethoskop. Dieses Stehoskop ist in der Lage, den Schall elektronisch zu verstärken. Dadurch werden sogar sehr schwache oder gedämpfte Körpergeräusche hörbar. Elektronische Stethoskope kommen überall da zum Einsatz, wo es auf eine besonders präzise Diagnostik ankommt. Je nach Hersteller und Modell sind einige elektronische Stethoskope sogar in der Lage, die Auskultation aufzuzeichnen und an einen PC zu übertragen. So können einzelne Untersuchungen genau miteinander verglichen werden. Durch diese Funktion ist eine hervorragende Verlaufskontrolle möglich.

Der Wandel der Stethoskope vom Hörrohr bis zu den elektronischen Stethoskopen hat eine immer präzisere Diagnostik ermöglicht, so dass moderne Stethoskope aus dem heutigen ärztlichen Alltag nicht mehr wegzudenken sind.

Stethoskope im Wandel der Zeit
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