Latexhandschuhe lösen Allergien aus“ – fast jeder im Gesundheitswesen Beschäftigte hat diesen Satz früher oder später schon einmal zu hören bekommen. Doch stimmt es, dass Latexhandschuhe zur Entwicklung einer Latexallergie führen?

Warum werden Latexhandschuhe im medizinischen Bereich so gerne eingesetzt?

Latexhandschuhe bieten einen hervorragenden Tragekomfort, sind reißfest und gewähren trotzdem ein außergewöhnlich gutes Tastempfinden und eine hohe Griffsicherheit. Das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis macht sie trotz der Gefahr der Entwicklung einer Latexallergie zu den meist verwendeten Untersuchungshandschuhen.

Lösen Latexhandschuhe per se Allergien aus?

Nein, das kann man so nicht sagen. Ob der Anwender eine Latexallergie entwickelt, hängt nämlich nicht nur von den Latexhandschuhen, sondern auch von der persönlichen Disposition zur Entwicklung einer Latexallergie ab. Besonders häufig von Latexallergien betroffen sind z.B. Personen, die bereits an Allergien leiden, wie z.B. Heuschnupfen-Patienten. Neben der Disposition spielt auch die Zusammensetzung der Latexhandschuhe eine wichtige Rolle. Für die Allergieauslösung verantwortlich sind bestimmte Proteine, deren Konzentration vom Produktionsverfahren abhängt. Je mehr Latexproteine sich im Handschuh befinden, desto höher ist das Allergierisiko.

Doch die Wahrscheinlichkeit einer Allergieauslösung durch Latexhandschuhe hängt noch von etwas anderem ab: von der Puderung. Gepuderte Latexhandschuhe bergen ein sehr viel größeres Risiko als puderfreie Handschuhe.

Das kommt daher, dass die Latexproteine sich mit dem Puder verbinden. Beim An- und Ausziehen der Handschuhe wird der Puder aufgewirbelt und eingeatmet. Dieser Vorgang führt zu einer schnelleren Sensibilisierung und damit zu einer erhöhten Gefahr der Allergieauslösung.

Die Verwendung von puderfreien Latexhandschuhen reduziert somit die Wahrscheinlichkeit einer Latexallergie um ein Vielfaches.

Welche Latexhandschuhe kann ich bedenkenlos verwenden?

Wenn keine Latexallergie vorliegt, sollten ungepuderte Latexhandschuhe mit einem möglichst geringen Proteingehalt verwendet werden. Beim Vorliegen einer Latexallergie empfehlen sich als Alternative z.B. latexfreie Nitrilhandschuhe.

Latexhandschuhe sind eindeutig besser als ihr Ruf. Achten Sie beim Kauf Ihrer Latexhandschuhe einfach darauf, dass das ausgesuchte Produkt puderfrei und proteinarm ist.

Latexhandschuhe – besser als ihr Ruf
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